Rassismus am Spieletisch?

Hast du Regelfragen? Ist etwas unklar? Taktik und Strategie zu einem Spiel? - Egal was es ist. Dreht es sich um ein konkretes Spiel, dann bist du hier richtig.
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Attila
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Rassismus am Spieletisch?

#1 Post by Attila » 10. Oct 2018, 19:24

Hi,

Die Aktion "Spielend für Toleranz" ( https://rezensionen-fuer-millionen.blog ... eranz.html ) ist absolut richtig und unterstützenswert. Meine Erfahrung am Spieletisch ist das man mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit am Spieltisch eher keinen Kontakt, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern jemals was in diese Richtung elrebt habe oder was davon gelesen/ gehört habe?!
Brettspiele verbinden nicht nur Generationen, sondern eigentlich alle Menschen völlig unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, sozialem Stand oder Aussehen oder sonstwas.

Nichts desdo trotz gibt es natürlich Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft, und das nicht zu knapp. Und gerade weil "wir in unserer heilen Welt" leben, sollte man sich davon nicht blenden lassen und den Blick in eine andere Realität darf man nicht abwenden.

Was sind eure Erfahrungen?

Atti

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ode
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Re: Rassismus am Spieletisch?

#2 Post by ode » 10. Oct 2018, 22:02

Rassismus eher nicht. Eher Sexismus. Aber auch nicht aus persönlichen Erfahrungen. Mir wurde so was mal berichtet. Spieleclubs, männlich geprägt, wo Frauen das Leben in der Gruppe schwer gemacht wurde... Kenn ich so aus eigener Erfahrung nicht.

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Attila
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Re: Rassismus am Spieletisch?

#3 Post by Attila » 11. Oct 2018, 12:12

Hi,

Sexismus ist in der Tat noch ein anderes Thema. Aber ich meine offenen Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit. Das ist ja gesellschaftsfähig geworden (so abstossend man das finden mag). Auf Privaten Spieletreffs ist sowas natürlich eher Unwahrscheinlich anzutreffen (aber nicht ausgeschlossen), aber auf öffentlichen (groß)-Veranstaltungen könnte man ja schon erwarten, das man es dort ab und an antrifft. Ist aber gar nicht so, ganz im Gegenteil. Man denke an die Spiel (die Messe), oder grosse Spieletreffs. Das ist überhaupt kein Thema.

Es geht ja in der Tat auch nicht darum über sprachliche Spitzfindigkeiten zu streiten, über die man trefflich Diskutieren kann, sondern um offenen, unverhelten Rassismus. Da habe ich in meinem Job durchaus schon Kontakt mit gehabt, zumindest in den Anfängen. Zu fordern das Menschen nicht gerettet werden mag auch eine Meinung sein, aber primär ist das menschenverachtend und das solche Leute auch noch Applaus und Zulauf bekommen entsetzt mich ernsthaft bis ins innerste.

Sich an einen Spieletisch zu setze und gemeinsam ein Spiel zu spielen, wird sicher unterschiedlich ausgelebt. Die einen haben Spass am gesellschaftlichen Event, die anderen mögen Spass darin haben verbissen um jeden Punkt zu kämpfen, aber am Ende tut man es gemeinsam und jeder kann durchaus seine persönlichen Beweggründe haben.

Eine "Wir gegen Die" Mentalitätwird allenfalls als Spielmechanismus verwendet, welcher imo sogar dazu verstärkt dazu führt sich über "Die anderen" Gedanken zu machen. (Um halt im Spiel abzuschätzen was passiert bzw. passieren kann)
Generell lernt man im Spiel ja relativ schnell, das die eigenen Handlungen Konsequenzen haben und lernt zu verstehen, das es für jeden anderen ganz genau so gilt.

Es fällt in der Tat schwer jedes noch so dumme "Argument" ernst zu nehmen und zu demaskieren, aber einen anderen Weg wird es imo nicht geben. Wir mögen es nicht schaffen jeden überzeugten Rassisten vom Gegenteil zu überzeugen, aber es sollte möglich sein, ihm klar zu machen das er eine Einzelmeinung vertritt und die Gesellschaft (als soziales Konstrukt) durch Hass und Gewalt nicht gewinnen kann.

Bildung und Aufklärung (im Kant'schen Sinne) ist kein Allheilmittel dagegen, aber eine eine ziemlich gute Basis.

Sapere Aude.

Atti

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